BSA
10881: BSA
schillerwein
Ort: klettgau
Beiträge: 81
Antworten zu diesem Thema:
dromoman hat am 22.10.2007 20:03:51 geantwortet
Registriert seit: -Ort: Schweiz
Beiträge: 82
10882: Re: BSA
17-18 Grad sollte der Raum zur Einleitung der BSA schon haben. Aber auch in knochenkalten Kellern findet irgendwann die BSA statt, nur dauert es viel länger. Schau Dir mal die uralten Keller im Burgund oder auch am Main an, die wurden früher auch im Sommer nie 18 Grad warm.
Wenn Du sicher im Frühjahr Deinen Wein fertig haben willst, dann bringe ihn besser ins Warme.
Mit besten Wünschen,
Walser
schillerwein hat am 12.11.2007 20:10:53 geantwortet
Registriert seit: -Ort: klettgau
Beiträge: 81
dromoman hat am 12.11.2007 22:56:02 geantwortet
Registriert seit: -Ort: Schweiz
Beiträge: 82
schillerwein hat am 13.11.2007 11:42:10 geantwortet
Registriert seit: -Ort: klettgau
Beiträge: 81
dromoman hat am 13.11.2007 21:11:03 geantwortet
Registriert seit: -Ort: Schweiz
Beiträge: 82
schillerwein hat am 14.11.2007 17:10:13 geantwortet
Registriert seit: -Ort: klettgau
Beiträge: 81
nibetti hat am 20.01.2009 16:48:54 geantwortet
Registriert seit: -Ort:
Beiträge: 3
16938: Re: BSA
hallo,
habe bei zwei weinen ein problem mit dem bsa.
die weine liegen schon seit einigen wochen bei einer konstanten temp. von ca. 20°C, sind mit bakterien beimpft.
leider will der bsa nicht starten.
es wurden auch schon bakterien übergeimpft aus einem tank der sich voll im bsa befand. hat auch nichts gebracht.
was kann ich machen? anenstäuern? wer hat erfahrung damit?
vg nibetti
Rudi Ratlos hat am 23.01.2009 16:30:17 geantwortet
Registriert seit: -Ort:
Beiträge: 48
nibetti hat am 24.01.2009 11:32:55 geantwortet
Registriert seit: -Ort:
Beiträge: 3
16960: Re: BSA
Es handelt sich dabei um 2 Weißweine.
Ein Chardonnay und ein Weißburgunder
Chardonnay: 8,9 g/l Gesamtsäure, 4,8 g/l Äpfelsäure, pH 3,29
Weißburgunder: 8,2 g/l Gesamtsäure, 4,6 g/l Äpfelsäure, pH 3,09
Bakterienstämme: Viniflora Oenos
Temperatur: ca. 20°C
Woran liegts? Hat jemand eine Idee?
Rudi Ratlos hat am 24.01.2009 15:41:32 geantwortet
Registriert seit: -Ort:
Beiträge: 48
16962: Re: BSA
Man kann das so immer noch nicht so genau sagen. Generell gilt, je niedriger der pH Wert, desto schwieriger ist es einen BSA einzuleiten. Als kritische Marke wird oft pH 3.3 genannt. Dies ist aber kein fester Wert. Bei niedrgerem pH ist es jedoch schwieriger.
Vieleicht versuchst du erstmal etwas chemisch zu entsäuern, dadurch hebst du den pH-Wert etwas an und du schaffst bessere Bedingungen für die Bakterienkulturen.
Natürlich gibt es noch viele andere hemmende Faktoren für den BSA, wie die Temperatur oder auch der Alkoholgehalt des Weines. Auch wirken einige Hefestämme hemmend auf Bakterienkulturen. Im Geisenheimer-Hefefinder sind diese Hefestämme soweit ich weiss gekennzeichnet.
Ich hoffe das hilft dir einigermasen weiter.
Rudi Ratlos
mikrokern hat am 23.02.2010 13:48:28 geantwortet
Registriert seit: -Ort: Inzlingen, BW
Beiträge: 105
17700: Re: BSA
Hallo,
mal eine grundsätzliche Frage:
welche Vorteile könnte es haben, den BSA (beim Spätburgunder) nicht bereits nach der Maischegärung im Spätherbst mittels Bakterienimpfung einzuleiten, sondern auf einen spontanen BSA im Frühjahr zu warten? Oder ist das (sensorisch) egal, wann der BSA stattfindet?
Füllfertigkeit spielt keine Rolle, da der Wein eh 18 Monate im gebrauchten Barrique liegen soll.
Gruss
µkern
Rudi Ratlos hat am 23.02.2010 20:21:00 geantwortet
Registriert seit: -Ort:
Beiträge: 48
17701: Re: BSA
Hallo µkern,
es wird vermutet, dass durch einen späten BSA im Frühjahr die Farbstabilität verbessert wird. Das bis dahin vorhandene Acetaldehyd wird zur Polymerisation von Anthocyanen und Tannin verwendet. Die Farbe wird dadurch intensiviert, sowie stabiler.
Es gibt allerding auch gravierende Nachteile, vor allem auf mikrobiologischer Seite. Durch die späte Schwefelung können sich unerwünschte Mikroorganismen stark vermehren. Dies erhöht die Gefahr von Fehltönen sowie von flüchtiger Säure. Auch Brettanomyces Hefen können sich vermehren. Desweiteren kann auch eine unerwünscht starke Oxidation des Weines auftreten. Hier kann der sogenannte Luftton entstehen.
Wichtig ist allerdings der pH-Wert, bei hohen pH Werten >3,5 sollte der BSA immer früh druchgeführt werden, da hier die Nachteile zu sehr überwiegen.
Bei einem frühen BSA kann früh geschwefelt werden, dadurch werden die Nachteile vermieden.
mikrokern hat am 24.02.2010 09:49:35 geantwortet
Registriert seit: -Ort: Inzlingen, BW
Beiträge: 105
Michaelhermann hat am 26.02.2010 15:15:45 geantwortet
Registriert seit: -Ort: Enztal
Beiträge: 28
17703: Re: BSA
Hallo,
nach meiner Erfahrung tritt ein BSA nach der Gärung fast immer auch ohne Beimpfung ein, wenn der Wein ins Barrique kommt. Allerdings läuft er bei mir meistens nicht vollständig durch, da der Keller im Herbst schnell unter 10° abkühlt. Sobald der Keller im Frühjahr wärmer wird, läuft der BSA langsam wieder an. Merken tut mans nicht, aber bei der Füllung im folgenden Herbst war bisher bei allen Barriqueweinen die Äpfelsäure vollständig in Milchsäure umgewandelt.
Oxidation sollte keine Rolle spielen, wenn der Wein über den Winter auf der Feinhefe liegt und die Hefe alle zwei Wochen aufgerührt wird. Ich schwefle die roten Barriqueweine immer erst im Frühjahr.
Viele Grüße
MH
mikrokern hat am 27.02.2010 17:40:03 geantwortet
Registriert seit: -Ort: Inzlingen, BW
Beiträge: 105
17704: Re: BSA
Hallo Michael Hermann,
und der Grund für diesen spontanen BSA (bis ins Frühjahr) ist eben die von Rudi Ratlos angeführte verbesserte Farbstabilität? Macht ihr den BSA immer so, oder teilweise auch mittels Bakterienimpfung nach der Gärung im Herbst?
Würde mich gerne überzeugen lassen, dass die Vorteile überwiegen, und mikrobiologische Probleme aufgrund fehlender Schwefelung nicht oder selten auftreten.
Gruss
µkern
Michaelhermann hat am 28.02.2010 18:05:21 geantwortet
Registriert seit: -Ort: Enztal
Beiträge: 28
17705: Re: BSA
Die verbesserte Farbstabilität kommt nicht vom späten BSA, sondern von der späten Schwefelung, da Acetaldehyd durch die schweflige Säure gebunden wird. Ab der Schwefelung sind die Polymerisationsprozesse nicht mehr möglich.
Die späte Schwefelung ist aber Vorraussetzung, dass der BSA im Frühjahr noch mal anspringt.
D.H. es kann also durchaus sinnvoll sein, einen Rotwein im Barrique auch bei vollständigem BSA im Herbst erst im Frühjahr zu schwefeln. Wohlgemerkt, ich rede hier natürlich von vollreifem gesundem und gründlich ausgelesenem Lesegut, nicht von Risikomosten.
Viele Grüße
MH
mikrokern hat am 01.03.2010 11:02:59 geantwortet
Registriert seit: -Ort: Inzlingen, BW
Beiträge: 105
Michaelhermann hat am 02.03.2010 00:04:50 geantwortet
Registriert seit: -Ort: Enztal
Beiträge: 28
17709: Re: BSA
Nein, Maischeschwefelung ist im Prinzip möglich, da die Schweflige Säure ja im Verlauf der Gärung gebunden wird.
Problematisch für den BSA ist erst mal die freie SO2, die gebundene SO2 soll untert 50 mg/l liegen, aber in der Höhe wird die Maische ja nicht geschwefelt.
Ich selbst mache allerdings keine Maischeschwefelung.
Maischeschwefelung ist aus meiner Sicht nötig, um Anteile an belastetem Lesegut tolerieren zu können. Bei pingeliger Lese in kleine Wannen geht es auch ohne.
Viele Grüße
MH



