Ausbrechen:
Das Ausbrechen überzähliger Triebe am Rebstock ist die wichtigste Laubarbeit im ganzen Jahr. Ab dem 3-Blattstadium wird in der Regel damit begonnen. Alle überzähligen Triebe am Stämmchen und im gesamten Altholzbereich lassen sich zu diesem frühen Zeitpunkt mühelos weg brechen. Besonders wichtig sind konsequente Ausbrecharbeiten bei den Rebsorten, die viele Triebe aus dem alten Holz hervorbringen (z.B. Schwarzriesling). Ein fachgerechtes Ausbrechen beugt der Gefahr der Selbstbeschattung und Verdichtung der Laubwand vor und sichert somit die Qualität der Trauben. Ein erhöhter Arbeitszeitbedarf ist in den hagelgeschädigten Weinbergen einzuplanen. Vor allem beim Zapfenschnitt ist ein konsequentes Ausbrechen erforderlich um Laubwandverdichtungen vorzubeugen
Durch gezieltes Festlegen der Triebanzahl kann bereits jetzt eine Voreinstellung auf den gewünschten Zielertrag, mit verhältnismäßig wenig Arbeitszeitaufwand, vorgenommen werden. In Tab. 1 sind die durchschnittlichen Gescheinszahlen mit den langjährigen, mittleren Traubengewichten aufgeführt. Die Schwankungsbreite in der Gescheinsanzahl ist verhältnismäßig gering, während die Traubengewichte jahrgangsweise und Rebanlagenweise variieren können. Die geplanten Qualitätsmaßnahmen wie Traubenteilen oder der Einsatz des Wachstumsreglers Regalis, müssen hierbei im Vorfeld berücksichtigt werden.
Beim Ausbrechen ist zu beachten:
- Wilde Triebe aus dem Altholz (Wasserschosse), die nicht für den Stockaufbau benötigt werden, entfernen
- Doppeltriebe entfernen
- Kümmertriebe entfernen
- Rebschnitt korrigieren und eventuell zu hohen Anschnitt durch Ausbrechen zurücknehmen
- Auf gleichmäßige Verteilung der Triebe und einen luftigen Laubwandaufbau achten
Tab.1: Einstellung des Zielertrags | ||||
Sorte | Ø | Ø | Zielertrag | Zielertrag |
Triebe/ Stock | Triebe/ Stock | |||
Trollinger | 1,3 | 300 | 9 | 8 |
Lemberger | 1,7 | 180 | 12 | 10 |
Schwarzriesling | 1,8 | 150 | 13 | 11 |
Riesling | 2,3 | 120 | 13 | 11 |
Kerner | 1,9 | 150 | 12 | 11 |
Müller- Thurgau | 2 | 150 | 12 | 10 |
Dornfelder | 1,8 | 250 | 8 | 7 |
•Traubengewichte können je nach Rebanlage stark variieren •junge, wüchsige Anlagen haben oft noch höhere Traubengewichte | ||||
Autor: Nicole Dickmann, Landwirtschaftsamt Heilbronn
08.05.2009
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