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Ertragregulierung durch Traubenhalbierung (2)

 

 

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13025: Re: Ertragregulierung durch Traubenhalbierung (2)


Hat schon mal jemand probiert mit dem Laubsauger jetzt nach der Blüte auszudünnen? Die jungen Trauben stehen ja jetzt noch ab und vor allem bei langen Trauben wie z.B. Cabernet könnte das sehr schnell und arbeitssparend funktionieren.
Gruß Klemens

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13026: Re: Ertragregulierung durch Traubenhalbierung (2)


Wird mit dem Laubsauger nicht zuviele Hauptriebblätter in der Traubenzone mitentfernt? Die Einstellung des Ausdünungsgrades wird nach meiner Meinung ebenfalls sehr schwer einstellbar sein.

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13027: Re: Ertragregulierung durch Traubenhalbierung (2)


Eine Geschein/Blüten/Traubenreduktion mit Entblätterungsgeräten geht grundsätzlich mit zufriedenstellendem Erfolg, wenn die Anlage dazu vorbereitet wurde. Wichtig ist eine sehr gute Heftarbeit, d. h. alle Triebe sollten fest zwischen 2 Heftdrähten liegen, am besten nach jedem Stock eine Heftklammer aus Plastik setzen, damit die Triebe schön aufrecht stehen, vorher sollte ausgebrochen sein, d. h. keine Kurztriebe mehr vorhanden sein. Am besten geht Flachbogen oder flacher Halbbogen mit 20 cm Biegedrahtabstand, es dürfen keine Schnabeltriebe heraushängen. Ist eine unzureichende Heftarbeit erfolgt, zieht es Triebespitzen ein oder ganze Triebe werden abgerissen, ähnlich einem Windbruchschaden. Die Triebe sind um die Blüte herum noch nicht fest am Holz angewachsen.
Möglichst ein schwenkbares Gerät verwenden mit kleinem Kreisel, keine starre Aufhängung sondern eine gefederte. In einem Kleinversuch wurde das Clemensgerät eingesetzt. Es sollte so tief gefahren werden, dass nur der obere Kreisel arbeitet und der untere am Stammbreich leer läuft. Besser ist es, den unteren Kreisel abzustellen (Messer, Ventilator ausbauen), da sonst abstehende Pflanzpfählchen und Holzteile ins Messer geraten können und das Gerät beschädigen können. Es muss sehr dicht an der Laubzone gefahren werden, die Federung sollte immer auf Spannung stehen. Das Befahren kann einseitig oder beidseitig erfolgen. Eine "notgedrungene" gleichzeitige Entblätterung ist sogar erwünscht, um die Trauben früh frei zu stellen und ist bei vielen Rotweinsorten (Burgunder, Cabernet Sorten, Portugieser) vorbeugender Botrytisschutz (Ausnahme Trolllinger, da Sonnenbrand keine Entblätterung an der Südseite vornehmen!). Das Gerät sollte leicht angewinkelt gefahren werden, also unten (Traubenzone) näher dran als oben (Triebspitzen). Es werden natürlich nur die Gescheine erfasst, die an der äußeren Peripherie liegen. Eine Feinsteuerung kann kaum erfolgen, Gescheine werden ganz, teilweise oder gar nicht erfasst. Die Wunden heilen sehr schnell aus, von daraus entstehenden Botrytisinfektionen ist nicht auszugehen.


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13028: Re: Ertragregulierung durch Traubenhalbierung (2)


Mir kam zu Ohren, dass jemand die Traubenhalbierung bei der Sorte Schwarzriesling mittels eines Stammputzers zum Zeitpunkt Erbsengröße versucht hat.
Weiß jemand mehr ?

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13029: Re: Ertragregulierung durch Traubenhalbierung (2)


Der Schwarzriesling ist sicherlich eine tolle Sorte und läst auch alles mögliche mit sich machen, aber Trauben mit dem Stammputzer halbieren ? Das kann ja mal vorkommen, kann mir aber nicht vorstellen, daß das gewollt war. Kurz, ich halte es für nicht sinnvoll, weil es die Trauben nicht sauber trennt, dengetroffenen Teil wohl nur zermanscht und den Rest auch in Mitleidenschaft zieht. Was geschieht im Stockinneren?
Ein langsamer Surfer <(*¿*)>

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13030: Re: verblühte Trauben ausbürsten


Gemeint kann wohl eher das Ausbürsten verblühter Trauben sein, um sie von Blütenrückständen zu befreien. Hier gibt es in der Praxis schon verschiedenen Ansätze. Ein Weingut in Rheinhessen kämmt die Trauben teilweise von Hand durch. Bewährt hat sich das Entlaubungsgerät der Firma Siegwald (Calvit-Gerät) aus dem Elsass, das durch einen pulsierenden Luftstrom die Trauben ausputzt und auch Heuwurmgespinste gut entfernt. Es ist aber nur für diese Anschaffung relativ teuer (ab 15 000 €) und laut, funktioniert aber nach Auskunft von Praxisbetrieben sehr gut (vor allem für Ökobetriebe interessant, da sie teilweise in die Blüte spritzen müssen und dadurch die Käppchen zusätzlich verkleben). In der Praxis wird zur Zeit viel in die Richtung "Ausputzen der verblühenden Trauben" experimentiert.
Experimentierfreudige Winzer arbeiten mit Bürstengeräten. Die gewöhnlichen Stammputzer sind wohl dafür zu starr und laufen zu schnell. Anscheinend besser funktionieren elektrisch angetriebene, umgebaute Schuhbürstenmaschinen mit weicheren Borsten, wie sie günstig im Handel angeboten werden. Es steht das sanfte Ausbürsten im Vordergrund. Das Entfernen von Beeren verursacht sicherlich auch Schäden an den Trieben. Wenn hier eine Nachfrage besteht, werden sich bestimmt auch Gerätehersteller mit einer solchen Technik beschäftigen, bisher ist dies aber mehr Experimentiergehabe einzelner Winzer und nicht praxisreif. Recht gute Ergebnisse wurden mit der so genannten "Handabstreifung" bei Spätburgunder erzielt. (Beschrieben von Dr. Petgen im Deutschen Weinmagazin Ausgabe 3 Seite 30). Hierbei werden Beeren aus der Trauben (Stadium Schrotkorngröße) aus dem Traubengerüst durch Ziehen herausgerissen. Bei der Sorte Spätburgunder hat das hervorragend funktioniert und war im Ergebnis vergleichbar mit der Gibberellin-Variante, Traube wird lockerer und kleiner. Für gute Arbeit ist aber der Zeitpunkt ganz entscheidend, sobald die Traube sich schließt, ist es zu spät. Vorrangig werden die Beeren an der Spitze und Schulter weggerissen. Die Arbeitszeit ist vergleichbar mit einer Handausdünnung, günstigenfalls deutlich geringer (30 bis 40 AKh/ha). Es hat sich bewährt, wenn zwei Arbeitskräfte recht und links der Zeile arbeiten.

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13031: Re:


Im letzten Jahr habe ich in Verbindung mit meiner Technikerarbeit Erfahrungen über das Halbieren von Trauben bei der Sorte Lemberger gesammelt. Dadurch konnte ich den Ertrag von 238 kg / Ar auf 146 bzw. 127 kg/ Ar senken. Dazu stieg das Mostgewicht von 98.6°Oe auf 103,1°Oe bzw. 103,8°Oe je nach Zeitpunkt der Ausdünnung erhöhen. Die Trauben zeigten eine lockere Traubenstruktur und die Beerenhäute waren deutlich stabiler als die Kontrolle. Die Halbierten waren komplett gesund gegenüber der Kontrolle die eine deutliche Befallshäufigkeit von Sekundärpilzen aufwies. Die hohen Erträge kamen durch eine Überkronenberegnung zustande wo zwischen Ende Juni und Anfang August 117 mm/m² beregnet wurde. Der Zeitaufwand für die Halbierung und eine Entblätterung betrug zusammen 67 Akh/ha am 12.07 und 74,75 Akh/ha am 31.07. Die Lesezeit ging von 156 Akh/ha auf 109 bzw. 106 Akh/ha zurück. Umgerechnet sind dies 149 kg/Akh bei der Kontrolle und bei den Halbierten 128 kg/Akh bzw. 115 kg / Akh.

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13032: Re:


Das liest sich ja gut !!
Ich habe im Jahr 2003 ebenfalls im Rahmen meiner Technikerarbeit Versuche mit geteilten Trauben bei Grauburgunder gemacht!!
Beschäftigst Du dich in Deiner Arbeit nur damit oder hast Du ein größeres Thema gewählt?

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13033: Re:


In der Arbeit gehr es insgesamt um 6 Varianten. Kontrolle, halber Biegabstand, 1 Traube je Trieb, 1 Bogen und zwei Halbierte Varianten. Biegabstand von 20 statt 40 cm bringt von der Mengenabnahme recht wenig(238 kg/ Ar auf 204 kg / Ar. Die Traubenvereinzelung erweist sich ebenfalls als günstige Variante im Bezug auf Mostgewicht, Verringerung der Erntemenge und der Arbeitszeit. Dabei ist jedoch vermutlich bei Burgundersorten sehr stark mit Traubenverdichtungen zu rechnen. Siehe Untersuchung von Dr. V. Jörger, WBI Freiburg von 2001 im Badischen Winzer Mai 2002.

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13034: Beeren manuell aus der Traube abstreifen


Speziell jetzt, unmittelbar nach der Blüte, wenn sich die Traube putzt und das Traubengerüst schnell wächst, aber die Beerchen noch ganz klein sind, kann so sehr effizient und schonend ein Teil der Beeren längs der Traube ausgerissen werden. Dabei die Traube mit der Hand umfassen und durch Zug und festen Andrücken die Trauben abziehen/absteifen (ähnlich wie beim Ziegen melken). So werden einzelne Beeren und Traubenteile aus dem Gerüst entfernt, vorrangig an der Spitze und im Mittelteil, das unbehandelt besonders kompakt wird. Vor allem Burgundersorten sind gut geeignet und diese Methode ist eine sichere Alternative zum GIBB-3-Einsatz. Da beidhändig gearbeitet werden kann, ist die Mehtode weitaus efffektiver, als eine Halbierung der Trauben. Mit einem Arbeitszeitaufwand von 20 bis 40 Stunden ist auszugehen, wenn nahezu jede Traube abgestriffen wird. Schäden entstehen so gut wie keine, die Abrissstellen heilen sauber aus. Die Botrytisneigung wird herabgesetzt, da die Traube locker bleibt (Spätburgunderversuch, 2003, DLR Rheinpfalz in Neustadt/W.). Dieses Verfahren kann aber nur bis etwa Schrotkorngröße (bis 2 Wochen nach der Blüte) durchgeführt werden, später sind die Beeren zu groß und das Stielgerüst zu fest, so dass Schäden (Druckstellen an Beeren) entstehen und überwiegend ganze Trauben abgerissen werden. Bei Sorten, deren Beeeren zum Aufplatzen neigen (Huxelrebe) könnte eventuell durch die Beerenverdickung später das Aufplatzen sich verstärken.
Die Methode kann schnell erlernt und auch von Aushilfskräften (Polen) umgesetzt werden, da zwischen einzelnen Trauben - im Gegensatz zum Ausdünnen ganzer Trauben - nicht unterschieden werden muss. Wer es einmal ausprobieren möchte, sollte dies jetzt unmittelbar nach der Blüte tun.

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13035: Re: Beeren manuell aus der Traube abstreifen


Hallo Leute!

Schön langsam muss man sich ja schon Gedanken machen, wie man heuer ausdünnt!
Die Geschichte mit den Heckenscheren klingt eigentlich interessant! Macht das jemand noch von euch?
Wie hat von solch bearbeiteten Weingärten das Material ausgeschaut?

Lg
Weinviertler

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13036: Re: Beeren manuell aus der Traube abstreifen


Ich arbeite eigentlich nur mit der Heckenschere, weil es bedeutend schneller geht als mit der Leseschere. Direkt nach dem Halbieren hat man einige angeschnittene Beeren am unteren Ende hängen. Die trocknen aber schnell ein und fallen größtenteils ab. Ich denke daß es vor allem bei kompakten Sorten wichtig ist nicht zu spät zu teilen, wenn noch wenig Zucker im Saft ist, der wiederum als Nährboden für allerlei unerwünschtes dienen könnte. Bei Cabernet Sauvignon habe ich auch schon nach Reifebeginn geteilt, ohne nachteilige Auswirkungen. Was arbeitswirtschaftlich auch interessant sein könnte, ist die Trauben bei schrotkorngröße mit dem Daumennagel abzuzwicken;Nachteil ist, dass die Ertragsreduktion zu diesem frühen Zeitpunkt recht gering ist.
Grüße vom Kaiserstuhl

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13037: Re: Beeren manuell aus der Traube abstreifen


Aktuell ist momentan die Reduktion von Trieben auf der Bogrebe (Doppeltriebe etc.) und im Kopfbereich (besonders bei Burgundersorten relevant).
Wer ein wenig experimentierfreudig ist, der kann jetzt bei Dornfelder, Cabernet Dorsa und Lemberger (große Gescheine, die etwas brüchig sind) folgende Methode an einigen Reben testen, womit im Vorjahr ein Meisterschüler vernünftige Ergebnisse erzielt hat. Die Methode wurde aber noch nicht unter Versuchsmaßstäben geprüft, es ist auch ein wenig Spielerei dabei, da der Arbeitsaufwand recht hoch ist:
Es werden die Gescheine, solange die Einzelblüten noch nicht abgespreizt sind zwischen Daumen und Zeigefinger mit Druck verrieben. Dabei wird ein Großteil der Blütenansätze regelrecht abgebröselt. Dieser Ausdünnungseffekt führt zu einer extrem geringen Zahl von Einzelblüten. Folge: Die Traube bleibt bis zum Schluss sehr klein und lockerbeerig, ohne irgend welche bleibenden Verletzungen.

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13038: Re: Beeren manuell aus der Traube abstreifen


Hi,
wir hatten in den vergangenen beiden Jahren unsere den Syrah halbiert. Wir können jedenfalls davon berichten bzw. mitreden. Grundsätzlich nur empfehlenswert für kleinere Anlagen bzw. für Top-Qualitäten.
Mit der Traubenhalbierung haben wir gute Erfahrungen betreffend dieser Sorte gemacht, da der Syrah zum Massenträger sich neigen würde. Wir haben etwa 50-70 % ausgedünnt. Die Trauben werden übrigens sehr sehr gross!!!
Im Vergleich zu einem anderen Winzer der beim Syrah gar nicht oder nur wenig ausgedünnt hat, kann ich Euch mitteilen, dass dieser bereits überlegt den Weingarten im 5. Jahr zu roden! Unser Syrah, so wurde uns von Kollegen berichtet ist sicherlich ein interessanter Versuch - der Wein hat eine tolle Frucht mit einem leichten Touch von weissem Pfeffer.

Für andere Sorten (Zweigelt, Merlot, St. Laurent, ...) wenden wir diese Technik sicherlich nicht an! - zu zeitintensiv - da muss das ausbrocken (auf 1 Traube) reichen!!

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13039: Re: Beeren manuell aus der Traube abstreifen


Sobald nach der Blüte die Fruchtknoten zu wachsen beginnen, können die jungen Trauben abgestreift werden. Dies wäre jetzt bei Burgundersorten so weit. Wenn bereits die Schrotkorngröße überschritten wurde, hängen die Beeren fester und sind nur noch mit hohem Aufwand aus dem Gerüst zu reißen. Deshalb bleiben nur etwa 14 Tage Zeit für diese manuelle traubenlockernde Maßnahme.

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13040: Re: Ertragregulierung durch Traubenhalbierung (2)


Dies ist übrigens eine Fortsetzung von:
Ertragregulierung durch Traubenhalbierung (1)

http://www.weinbauforum.de/forum1/showflat.php?Cat=&Board=Quali&Number=98&page=0&view=collapsed&sb=5&o=0&fpart=

dort finden sich weitere wichtige Beiträge.

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13041: Re: Ertragregulierung durch Traubenhalbierung (2)


Ein Ergebnis aus 2002:


ohne Kommentar!

 

 

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