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Arbeitskalender Weinbau Mai 2009

Nach relativ vielen Niederschlagsereignissen im März und kühlen Durchschnittstemperaturen, gestaltete sich die Wettersituation im April überwiegend trocken und warm. Dies waren optimale Wachstumsbedingungen so, dass ein etwa 1- 2 Wochen früherer Austrieb als im vergangenen Jahr, stattfand.

Ausbrechen:
Das Ausbrechen überzähliger Triebe am Rebstock ist die wichtigste Laubarbeit im ganzen Jahr. Ab dem 3-Blattstadium wird in der Regel damit begonnen. Alle überzähligen Triebe am Stämmchen und im gesamten Altholzbereich lassen sich zu diesem frühen Zeitpunkt mühelos weg brechen. Besonders wichtig sind konsequente Ausbrecharbeiten bei den Rebsorten, die viele Triebe aus dem alten Holz hervorbringen (z.B. Schwarzriesling). Ein fachgerechtes Ausbrechen beugt der Gefahr der Selbstbeschattung und Verdichtung der Laubwand vor und sichert somit die Qualität der Trauben. Ein erhöhter Arbeitszeitbedarf ist in den hagelgeschädigten Weinbergen einzuplanen. Vor allem beim Zapfenschnitt ist ein konsequentes Ausbrechen erforderlich um Laubwandverdichtungen vorzubeugen
Durch gezieltes Festlegen der Triebanzahl kann bereits jetzt eine Voreinstellung auf den gewünschten Zielertrag, mit verhältnismäßig wenig Arbeitszeitaufwand, vorgenommen werden. In Tab. 1 sind die durchschnittlichen Gescheinszahlen mit den langjährigen, mittleren Traubengewichten aufgeführt. Die Schwankungsbreite in der Gescheinsanzahl ist verhältnismäßig gering, während die Traubengewichte jahrgangsweise und Rebanlagenweise variieren können. Die geplanten Qualitätsmaßnahmen wie Traubenteilen oder der Einsatz des Wachstumsreglers Regalis, müssen hierbei im Vorfeld berücksichtigt werden.
Beim Ausbrechen ist zu beachten:

- Wilde Triebe aus dem Altholz (Wasserschosse), die nicht für den Stockaufbau benötigt werden, entfernen
- Doppeltriebe entfernen
- Kümmertriebe entfernen
- Rebschnitt korrigieren und eventuell zu hohen Anschnitt durch Ausbrechen zurücknehmen
- Auf gleichmäßige Verteilung der Triebe und einen luftigen Laubwandaufbau achten

Tab.1: Einstellung des Zielertrags

Sorte

Ø
Gescheine
pro Trieb

Ø
Trauben-
gewicht

Zielertrag
~140kg/ar

Zielertrag
~120kg/ar

Triebe/ Stock

Triebe/ Stock

Trollinger

1,3

300

9

8

Lemberger

1,7

180

12

10

Schwarzriesling

1,8

150

13

11

Riesling

2,3

120

13

11

Kerner

1,9

150

12

11

Müller- Thurgau

2

150

12

10

Dornfelder

1,8

250

8

7

•Traubengewichte können je nach Rebanlage stark variieren

•junge, wüchsige Anlagen haben oft noch höhere Traubengewichte



Oidium:
Die trockene und warme Maiwitterung ergab ideale Bedingungen für die Entwicklung des Mehltaus im letzten Jahr. In Lagen mit starkem Vorjahresbefall empfiehlt sich eine Erstbehandlung mit Netzschwefel ab dem 3-Blattstadium. In Lagen mit geringerem Befallsdruck sollte im 6- 9-Blatt-Stadium eine erste Behandlung erfolgen. Da das Geschein um die Blüte sehr starke Wachstumsprozesse durchmacht, sind die Zellwände in dieser Phase sehr dünn und damit sehr anfällig. Aus diesem Grund sollte die letzte Spritzung vor der Blüte bereits mit einem organischen Präparat mit den hochwirksamen, neueren Wirkstoffen erfolgen. Geeignet sind hierbei alle zugelassenen Mittel außer Schwefel und den „älteren“ Produkten Topas und Systhane aus der Wirkstoffgruppe der Azole. Nach Traubenschluß sind diese beiden Mittel zu empfehlen. Warme Tagestemperaturen sowie hohe Luftfeuchtigkeit ohne direkte Blattnässe fördern die Entwicklung des Pilzes und es sind hierbei kürzere Spritzabstände zu wählen. Besonders anfällige Sorten sind Portugieser, Kerner, Trollinger und Chardonnay.

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