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Arbeitskalender Weinbau März 2010
Reben zu pflanzen erfordert einige logistische Vorarbeit, wenn es funktionieren soll. Zunächst ist die erforderliche Rebsorte beim Rebveredler zu bestellen. Dies sollte idealerweise schon 1,5 Jahre vor der Pflanzung geschehen, um sich in Beratung mit dem Rebveredler über die Pfropfkombinationen im Klaren zu werden.
Gerade bei den lockerbeerigen Klonen der Standardrebsorten gibt es z.Zt. einige Engpässe, wie z.B. bei Riesling und Grauburgunder. Auch müssen z.B. bei den lockereren Sauvignon – blanc – Klonen Lb 50 und Lb 36 (Laimburg) hinsichtlich ihres Anteils an der Gesamtfläche dieser Sorte mit der aufnehmenden Hand Absprachen getroffen werden, um den zu produzierenden Weinstil zu definieren. Grundsätzlich ist bei dieser Sorte zu beachten, dass nicht zu windoffene Lagen gewählt werden, aus denen während der Blüte das Bestandsklima ausgeweht wird und eine starke Verrieselung resultiert. Untere Lagen auf stark tonigen Böden zu wählen ergibt bei dieser Sorte mehr Säure im Most – es bleiben also die Rieslinglagen als beste Variante übrig.
Die passende Unterlage ist im Bereich SO4 oder Binova sowie Teleki 8B zu suchen. Stärkere Unterlagen erfordern extrem magere Böden, da sie das vegetative Wachstum fördern und zu schlechter Holzreife und Verrieselung führen.
Über diese Fragestellungen sollte man sich bei jeder Rebsorte im Klaren sein, um ein optimales Ergebnis zu erhalten.
Hochstammreben bieten arbeitswirtschaftliche Vorteile. Sie sind ideal, um in bestehenden Rebanlagen abgängige Stöcke zu ersetzen, weil sie sofort die normale Stämmchenhöhe aufweisen und somit unempfindlicher gegen die Herbizidbehandlung des Unterstockbereiches sind. Sie bietet den Vorteil, wesentlich weniger Stocktriebe zu bilden, so dass folglich nur der Kopfbereich (mit dem Edelreis) ausgebrochen werden muss. Dies lohnt sich v. A. bei den Burgundersorten oder Sylvaner. Der oft beschriebene Nachteil, dass bei Frost mit Stammschädigung keine Triebe aus dem Bodenbereich mehr aufgebunden werden können, wird vielleicht durch eine höhere Frostfestigkeit ausgeglichen – man wird sehen.
Der Produktionsaufwand ist für die Rebveredler sehr hoch, da die 3 – fache Unterlagenlänge verarbeitet wird. Auch hier gilt es, sich rechtzeitig vorab mit den Veredlern abzusprechen. Preislich ist mit ca. 3,20€ je Rebe zu rechnen; der Kostenaufwand je ha steigt bei 4000 Reben / ha von ca. 5600.-€ auf 12800.- € an. Werden pro Jahr ca. 40 Akh eingespart, rechnet sich dieses Pflanzgut, einen Stundenlohn von 10.-€ unterstellt, nach 18 Jahren.
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