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Kalium-Phosphit-1

 

 

29.07.2002 20:12:39

12818: Kalium-Phosphit-1

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Gestern ist mir eine Werbeschrift der Firma Lebosol-Dünger ins Haus geflattert, in dem für einen Kaliumdünger geworben wird, der Kaliumphosphit enthält. Im Mai hat mir eine französiche Firma ebenfalls einen änlichen Blattdünger angeboten und freundlicherweise darauf hingewiesen, dass dieser eine hervorragende Wirkung auf Peronospora hat. Von den Biowinzern weis ich, dass Kaliumphosphit eine Geheimwaffe gegen Peronopspora ist. Ist das mit dem Blattdünger legal. Reicht die Konzentration für eine Peronosporabekämpfung aus?

Antworten zu diesem Thema:

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12819: Re: Kalium-Phosphit


Hallo,
Lebosol - Kaliumphosphit ist ein legaler Blattdünger mit dem angegebenen NPK - Gehalten 3-0-18. Er entspricht damit dem Düngemittelgesetz, zumal noch einige Spurenelemente beigemischt wurden.

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12820: Re: Kalium-Phosphit


Rechtlich muss man da aber als Praktiker sehr vorsichtig sein, wenn man als guter Betriebsleiter sorgfältige Aufzeichnungen führt. Eine Anwendung mit den Ziel "Peronosporabekämpfung" wäre ordnungswidrig (bußgeldbewehrt!). Man darf nur "in Kauf nehmen", dass der Dünger eine Wirkung gegen Peronospora hat, kann das Mittel also nicht unter Pflanzenschutz aufführen sondern in den Aufzeichnungen zur Düngung.
Phosphorige Säure ist zu etwa 30% als "Begleitstoff" enthalten. Die empfohlenen 2-3l/ha entsprechen etwa einer 0,1%igen Anwendung reiner Phosphoriger Säure. Zu der Wirkung und auch den Auswirkungen auf das Rückstände im Wein liegen umfangreiche Versuche der LVWO vor:
geändert: www.phos.de.tp (s.u.)
Phosphorige Säure wirkt sowohl pflanzenstärkend (die pflanzlichen Abwehsysteme aktivierend) als auch kurativ und systemisch und sehr lang anhaltend auch vorbeugend. Diese Wirkung ist allerdings nur bei wachsendem Gewebe vorhanden. In der Praxis ist nach dem Stadium schrotkorngroße Beeren keine Wirkung mehr vorhanden.

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12821: Re: Kalium-Phosphit


Noch eine Anmerkung zu Kaliumphosphit:
Ich wende seit 1997 durchgehend Ökofluid - P an, das ebenfalls KP enthält. Man kann die Rebe vollständig resistent gegen Pero machen, außerdem hat es eine gute Stärkungspotenz gegen Spinn- und Kräuselmilben, Botrytis und Oidium (auch bei Befall). Bei derletzten Spritzung muss ein Kontaktperomittel in halber Aufwandmenge zugesetzt werden, da sonst Pero an alten Blättern (Traubenzone)auftritt- ein lustiger Effekt, der eigentlich zur Enblätterung in der Traubenzone herangezogen werden könnte, wenn es nicht so risikoreich wäre. Die Gipfelblätter bleiben aber selbst bei der Spätanwendung stets gesund.

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12822: Re: Kalium-Phosphit


In welcher Menge, zu welchen Zeitpunkten und wie oft spritzen Sie das Ökofluid - P? Wie kann man das verstehen mit dem resisten machen der Reben gegen Pero?

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12823: Re: Kalium-Phosphit


pflanzenstärkende Wirkung: Es gibt wissenschaftliche Publikationen, nach denen durch die Anwendung Phosphoriger Säure die Bildung pflanzlicher Abwehrstoffe erhöht ist.

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12824: Re: Kalium-Phosphit


Ich habe Phosfik eingesetzt, was im Prinzip dasselbe ist. Die Wirkung gegen Peronospora ist überzeugend gut. Ich habe aber den Eindruck, daß man bei mehrmaligem Einsatz Magnesiummangel induziert, was wahrscheinlich vom Kaliumgehalt kommt. Anscheinend sind diese Mittel nicht mit Magnesiumdüngern mischbar. Könnte man die phosphorige Säure nicht auch mit Magnesium neutralisieren anstatt mit Kalium?

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12825: Re: Kalium-Phosphit


Da in den meisten Weinbergen die Versorung mit Kalium sehr gut oder überoptimal ist, kann ein Kalium-haltiger Blattdünger sicher Magnesiummangel induzieren. Auch müsste bedacht werden, (offizielles Ziel ist ja bei Phosphik die Kaliumversorgung) ob nicht eine düngemittelrechtlich bedenkliche (ordnungswidrige) Überdüngung vorliegt.

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12826: Re: Kalium-Phosphit


In diesem Zusammenhang ist vielleicht eine Bewertung der Phosphorigen Säure durch die US-Umweltbehörde interessant:
http://www.epa.gov/pesticides/biopesticides/factsheets/fs076416t.htm
Die Bewertung ist außerordentlich günstig!

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12827: Re: Kalium-Phosphit - Toxikologie


siehe auch:

http://www.epa.gov/EPA-PEST/1999/December/Day-16/p32654.htm

leider auch nur in Englisch

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12828: Phosfik


Ich halte den Blattdünger mit Phosphoriger Säure für besonders interessant in Junganlagen. Dort gab es letztes Jahr ja die größten Probleme. Ich möchte aber auch die älteren Blätter schützen und was gegen Mehltau machen. Gibt es Erfahrungen mit Mischungen z. B. mit Folpan oder Delan und Flint.

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12829: Pflanzenschutzmittel aus Phosphoriger Säure


In einem Thread über Gibb3 schreibt ein anonymer Winzer:

Genauso ist es doch mit der Phosphorigen Säure. Da winden sich die Beamten doch genauso. Blattdünger sind zulässig, wenn sie nicht gegen Peronospora eingesetzt werden!? Ha! Ha!
Die Sunbstanz selbst ist extrem billig im Handel. Man könnte selbst ein sehr umweltfreundliches, extrem billiges und um die Rebblüte hoch wirksames Pflanzenschutzmittel herstellen. Aber man bräuchte ja eine Zulassung, die nur für Millionenbeträge zu haben ist.

Ein lieber Anonymer


Theoretisch wäre es möglich, dass das BVL diese Substanz in die Liste der Pflanzenschutzmittel zur Herstellung und Anwendung im eigenen Betrieb aufnimmt:
http://www.bba.de/oekoland/oeko2/liste6a.htm

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12830: Re: Pflanzenschutzmittel aus Phosphoriger Säure


Ich hoffe sehr, dass die Registrierung in dieser "Selbstmischer" - Liste einmal Wirklichkeit wird.Das würde die Betriebe finanziell und "chemisch" entlasten - ein wirklich basisdemokratischer Dünger, der für alle verfügbar ist!Da die modernen Perofungizide stark resistenzgefährdet sind, wäre die Industrie gut beraten, die Eintragung in die o.g. Liste zu unterstützen, damit die phosphorige Säure eine breite (zusätzliche)Anwendung findet.Gerade die vielen Kleinanwender von PSM kaufen oftmals nur 1 -2 Präparate in Mengen, die 5 u. mehr Jahre zum Aufbrauchen benötigen. Da wäre eine Substanz, die nie eine Zulassung verlieren würde, genau richtig. Diese Substanz soll übrigens auch bei guter Phosphatversorgung über Blattdünger etc. laut italienischer Untersuchungen in der Pflanze selbst gebildet werden.

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12831: Re: Pflanzenschutzmittel aus Phosphoriger Säure


Ich habe für 10l Kaliumphosphit 100 Euro bezahlt.Gibt es noch eine andere Möglichkeit Phosphorige Säure preiswerter zu beziehen

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12832: Re: Pflanzenschutzmittel aus Phosphoriger Säure


Gelöscht:
Werbung ist nicht zulässig!
Dr. W. K. Kast (Admin)

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12833: Re: Pflanzenschutzmittel aus Phosphoriger Säure


Interessant scheint mir auch ein Magnesiumdünger zu sein, der ebenfalls Phsophit enthält:

http://www.lebosol.de/extras/download/Lebosol_Magnesium-plus.pdf

Wir haben in der hiesigen Region selten Kalimangel aber oft Magnesiummangel!
Wirkt der genau so oder spielt das Kalium eine wichtige Rolle? Hat jemand Erfahrungen mit den Einsatz von Magnesium-Plus von Lebosol und dessen Peronosporawirkung?

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12834: Re: Pflanzenschutzmittel aus Phosphoriger Säure


Zu deiner Frage von Magnesium-plus:
1. Der Phosphit-Anteil ist entscheident für die Perowirkung! Daher dürfte es ähnlich gut wirken wie Kalium-plus.
2. Habe es 2004 erstmalig eingesetzt, hatte allerdings 2004 mit Pernospora eh wenig Probleme. Habe aber auch keine Kontrollvariante in eine Parzelle eingebaut, damit man wirklich aussagekräftige Fakten erhält.

Gruß Tom

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12835: Re: Phosphorige Säure


Aktuelle Versuche der LVWO Weinsberg (2004) zeigen Wirkungsunterschiede zwischen verschiedenen Kaliumphosphit Produkten (mit ähnlichen Gehalten)sowie deutliche Unterschiede zu dem magnesiumphosphit haltigen Produkt.
Der phosphit-Anteil kann nach diesen Ergebnissen nicht allein für die Wirkung entscheidend sein.

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12836: Re: Phosphorige Säure


Jede Pflanze reagiert auf eine Düngung! Das Kali die Pflanzen stärkt ist ja nichts neues. Ich würde auch sagen das man die Wirkung von Phosphit in einem Dünger nicht zu hoch einschätzen sollte. Ein gut mit Nährstoffen versorgter Stock hält eben um vieles mehr aus als ein Kümmerling.

Lg
weinviertler

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12837: Re: Phosphorige Säure


Sind diese Versuchsergebnisse zu den verschiedenen Phoshitdüngern irgendwo einsehbar?
Es gibt ja auch ordentliche Unterschiede im Preis.
Gruß Klemens

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12838: Re: Phosphorige Säure


Die Ergebnisse der LVWO Weinsberg werden demnächst publiziert in der Zeitschrift "Der Deutsche Weinbau".

Soweit bitte Geduld!

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12840: Re: Phosphorige Säure


hallo, leider funzt der Link bei mir nicht!!

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12841: Re: Phosphorige Säure


Kann das ein temporäres Problem des Servers gewesen sein?
Von hier aus klappt es auch ohne Anmeldung als User.

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12842: Re: Link Phosphorige Säure


Der Link ist von extern leider nicht aktiv. Wie kann man an die Resultate kommen?

 

 

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